Gummi: Sekundäre Abweichung
Bei Gummi treten zwei Arten von Diskrepanzen auf: Die erste Diskrepanz besteht darin, dass der Markt zuvor hohe Preise erwartet hatte, die das Angebot ankurbeln würden. Die daraufhin gestiegenen Preise für thailändische Rohstoffe führten jedoch nicht zu einem signifikanten Angebotsanstieg, wodurch diese erste Diskrepanz entstand. Diese erste Diskrepanz hätte eigentlich unerwartet positive Impulse liefern müssen, doch die tatsächliche Kursentwicklung der Futures entsprach nicht den positiven Fundamentaldaten, was die zweite Diskrepanz zur Folge hatte. Dies deutet darauf hin, dass der Markt relativ pessimistisch ist, wenig auf positive Faktoren reagiert und stärker auf negative.
Der Hauptgrund für die Beibehaltung einer pessimistischen Einschätzung des Kautschukmarktes ist die Diskrepanz zwischen der Marktentwicklung und den Fundamentaldaten. Der Kautschukmarkt weist zwei Diskrepanzen auf: Erstens erwartete der Markt zuvor hohe Preise, die das Angebot ankurbeln würden. Die daraufhin gestiegenen Preise für thailändische Rohstoffe führten jedoch nicht zu einem signifikanten Angebotsanstieg, wodurch diese erste Diskrepanz entstand. Diese erste Diskrepanz hätte eigentlich unerwartet positive Impulse liefern müssen, doch die tatsächliche Kursentwicklung der Futures spiegelte die positiven Fundamentaldaten nicht wider, was die zweite Diskrepanz erklärt. Dies deutet auf eine relativ pessimistische Marktstimmung hin, die sich durch geringe Sensibilität gegenüber positiven Faktoren, aber eine höhere Sensibilität gegenüber negativen Faktoren auszeichnet. Daher gehen wir davon aus, dass der Kautschukmarkt kurzfristig schwach bleiben wird.
Auf der Nachfrageseite ist die Situation recht eindeutig: Die aktuelle Nachfrage befindet sich auf dem besten Stand seit Beginn der Pandemie. Insbesondere angesichts des Fehlens starker inländischer Konjunkturprogramme ist die anhaltend hohe Nachfrage nach Kautschuk unerwartet. Die aktuelle Nachfragesituation ist gut und übertrifft die Erwartungen, was eindeutig positive Impulse liefert.
Auf der Angebotsseite ging der Markt zuvor davon aus, dass bei einer Verbesserung des Wetters in Thailand die Rohstoffpreise hoch bleiben würden, was potenziell zu einem deutlichen Produktionsanstieg und einem deutlichen Rückgang der thailändischen Rohstoffpreise führen könnte. Die tatsächliche Situation im Oktober zeigt jedoch, dass die thailändischen Rohstoffpreise weiterhin hoch blieben und keinen signifikanten Rückgang verzeichneten, was darauf hindeutet, dass das Rohstoffangebot nicht wesentlich gestiegen ist. Hauptgrund hierfür sind die ungewöhnlichen Wetterbedingungen in Thailand. In diesem Jahr kam es im Nordosten des Landes zu Regenfällen, was zu einem Produktionsrückgang im Vergleich zum Vorjahr führte. Zwar gab es im Süden einen leichten Produktionsanstieg, doch konnte dieser den Rückgang im Nordosten nicht ausgleichen. Daher bleibt das Wetter der wichtigste limitierende Faktor für das Kautschukangebot.
Vergleich der Marktsituation mit Juli und August: Traditionell gelten Juli und August als Hochsaison für die Kautschukproduktion, was theoretisch zu einer höheren Ausbeute und niedrigeren Rohstoffpreisen führt. Tatsächlich stieg das Angebot jedoch nicht wie erwartet, wodurch eine Angebotslücke entstand. Die aktuelle Angebotssituation ähnelt der von Juli und August, da das Angebot nicht wie erwartet gestiegen ist. Dies deutet darauf hin, dass das Angebot in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich durchgehend höher war.
Sowohl Angebot als auch Nachfrage sind im Allgemeinen positiv. Analysiert man jedoch den Markttrend rückwärts, zeigt sich, dass die im Markt widergespiegelten Fundamentaldaten völlig von den tatsächlichen Fundamentaldaten abweichen. Die Fundamentaldaten waren im Juli und August gut, doch die Shanghai-Kautschuk-Futures stiegen nicht wie erwartet und bildeten Anfang September sogar einen Fehlausbruch, bevor sie wieder fielen. Aktuell sprechen sowohl die makroökonomische Unterstützung als auch die anhaltende Situation, dass das Angebot nicht wie erwartet steigt (ähnlich wie im Juli und August), deutlich für einen Aufwärtstrend. Dennoch zeigte der Markt letzte Woche lediglich einen Abwärtstrend mit einem anfänglichen Anstieg, gefolgt von einem Rückgang, ohne dass Anzeichen einer Erholung der Shanghai-Kautschuk-Futures erkennbar waren.
Die Diskrepanz zwischen Marktstimmung und Fundamentaldaten deutet darauf hin, dass der Markt auch ohne aktuelle Produktionssteigerungen mit einem signifikanten zukünftigen Produktionswachstum rechnet. Ob die Produktion tatsächlich steigen wird, hängt von den zukünftigen Wetterbedingungen ab und lässt sich derzeit nicht widerlegen. Befindet sich der Markt in einer verzerrten Preisbildung, die sich kurzfristig nur schwer widerlegen lässt, können wir daher nicht mehr allein auf Basis von Fundamentaldaten handeln, sondern müssen der Marktstimmung folgen. Weichen die Marktreaktionen von den Fundamentaldaten ab und erzeugen eine sekundäre Verzerrung, sollten wir entgegen der fundamentalen Logik handeln und eine pessimistische Position hinsichtlich der Shanghai-Kautschuk-Futures einnehmen.














