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Ausblick auf den Kautschukmarkt: Entspannung und Risiko einer Trendwende bestehen nebeneinander
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Ausblick auf den Kautschukmarkt: Entspannung und Risiko einer Trendwende bestehen nebeneinander

09.04.2026

Aufgrund der anhaltenden Risiken im Nahen Osten und der noch nicht vollständig geöffneten Straße von Hormus bleibt die Butadienversorgung kurzfristig angespannt. Unsere groben Schätzungen deuten darauf hin, dass ein Naphthamangel in Asien zu einem Butadienengpass von etwa 126.000 Tonnen pro Monat führen könnte. Unter normalen Umständen beträgt die jährliche Produktions-Absatz-Differenz in China rund 100.000 bis 150.000 Tonnen, bei Nettoimporten von etwa 400.000 Tonnen pro Jahr. Selbst unter Berücksichtigung von Gewinnverlusten in nachgelagerten Bereichen und einer geringeren Nachfrage aufgrund der sich abschwächenden Konjunktur wird eine Versorgungsunterbrechung von mehr als zwei Monaten daher immer noch einen erheblichen Butadienmangel zur Folge haben.

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Verteilt man den monatlichen Butadienmangel proportional zur Jahresproduktion, so wird der Butadienkautschukmangel in Asien auf etwa 38.000 Tonnen pro Monat geschätzt. Angesichts der relativ starken Gewinninversion ist der Anreiz zur Produktionsreduzierung umso größer. Die Produktion von hochcis-Butadienkautschuk könnte dadurch um rund 35.000 Tonnen pro Monat sinken, was eine Angebotslücke von etwa 30.000 Tonnen pro Monat zur Folge hätte. Derzeit beläuft sich der sichtbare inländische Butadienkautschukbestand lediglich auf 41.000 Tonnen und bietet somit nur einen sehr geringen Puffer. Zusammen mit dem reduzierten Angebot an synthetischem Kautschuk aus Russland verschärft sich die Lage auf dem inländischen Butadienkautschukmarkt daher zunehmend.

Die Lage im Nahen Osten bleibt weiterhin äußerst unsicher, da die Verhandlungen ins Stocken geraten sind. Zwar verstärken die USA ihre Truppenpräsenz, doch Trumps wiederholte Äußerungen zum „TACO“-Abkommen verunsichern die Märkte weiterhin und könnten lediglich eine einseitige Taktik des Erwartungsmanagements darstellen. Der Iran hingegen könnte die Straße von Hormus als Druckmittel einsetzen und seine Forderungen in den Verhandlungen weiter erhöhen. Daher bestehen weiterhin langfristige Risiken.

Die Versorgungsengpässe bei Butadien und Butadienkautschuk bestehen kurzfristig fort. Der Markt reagiert allmählich auf die deutliche Entspannung der Lage. Sollten die künftigen Verhandlungen reibungslos verlaufen, dürfte die erwartete Erholung der Lieferungen aus dem Nahen Osten zu einem weiteren Rückgang der Lagerbestände an Butadienkautschuk und Energiechemikalien führen.