Globale Konzerne bringen neue Produkte und Technologien auf den Markt und läuten damit einen neuen Wandel in der Gummiindustrie ein.
- Branchendaten
Beeinflusst von Chinas Industrieproduktionszahlen für August und anderen Wirtschaftsdaten sowie von Positionsanpassungen der Anleger im Vorfeld des Nationalfeiertags gaben die wichtigsten Kautschuk-Futures-Märkte in der Woche bis zum 19. September überwiegend nach. Die wichtigsten Kontrakte an den Börsen in Osaka, Shanghai und Singapur fielen um 1,8 % bis 2,5 %, und das Handelsvolumen ging durchweg zurück, was eine nach den jüngsten Kursgewinnen gestiegene Marktstimmung hin zu mehr Vorsicht widerspiegelt.
- Neue Produkte und Technologien
Continental hat seinen neuesten umweltfreundlichen Stadtbusreifen, den Conti Urban HA 5 NXT, vorgestellt. Das Produkt besteht zu bis zu 60 % aus erneuerbaren, recycelten und ISCC+-zertifizierten nachhaltigen Materialien und erzielt eine Reduzierung des Rollwiderstands um 25 %, eine Steigerung der Reichweite um 15 % sowie eine Verbesserung der Verschleißfestigkeit um 15 %. Die CO₂-Emissionen aus der Produktion werden um 11 % reduziert, und integrierte Sensoren ermöglichen die schnelle Einbindung in digitale Managementsysteme zur Optimierung des Flottenbetriebs.
Das französische Unternehmen Imerys Group hat Polwhite Loop auf den Markt gebracht, das weltweit erste ISCC+-zertifizierte Recycling-Kaolinprodukt, das speziell für luftdichte Schichten in Reifen entwickelt wurde. Im Vergleich zu herkömmlichen Rußfüllstoffen reduziert es die Sauerstoffdurchlässigkeit um 35 % und behält gleichzeitig eine hervorragende Verarbeitungsfließfähigkeit bei. Diese innovative Lösung dürfte die Entwicklung nachhaltiger Materialien in der Reifenindustrie vorantreiben.
Am 19. September gab das französische Unternehmen Hutchinson die Entwicklung der PFAS-freien Lubritape-E-Beschichtung bekannt und ergänzt damit die Technologie für Dichtungen von Mehrkanal-Drehventilen im Automobilbereich. Diese speziell entwickelte transparente Dichtungsfolie kann herkömmliches PTFE ersetzen, ist mit EPDM-Kautschuk kompatibel, widersteht extremen Temperaturen von -50 °C bis +115 °C, weist unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen geringe Reibung und Verschleißfestigkeit auf, gewährleistet leckagefreie Wärmemanagementmodule und erfüllt Umweltauflagen. Sie ist zudem mit der Fahrzeugelektrifizierung kompatibel und lässt sich in die automatisierte Produktion integrieren, wodurch sie zur grünen Transformation der Branche beiträgt.
- Investitionen und Produktion
Sumitomo Rubber hat Pläne zur Errichtung eines neuen Technologiezentrums in Gatesville, New York, bekannt gegeben. Der Schwerpunkt liegt auf der Forschung, Erprobung und Entwicklung von Reifen für Pkw, Motorräder und leichte Nutzfahrzeuge für den amerikanischen Markt. Dieser Schritt markiert eine Verlagerung des Geschäftsschwerpunkts des Unternehmens in den USA von der Produktion hin zu Forschung und Entwicklung sowie technologischer Innovation.
Freudenberg Sealing Technologies hat die Übernahme des österreichischen Dichtungssystemspezialisten DMH Group vereinbart. DMH mit Hauptsitz in Traboch ist auf thermoplastische Elastomere und kundenspezifische Metalldichtungslösungen spezialisiert und verfügt über drei Werke in Österreich und den USA mit einem Jahresumsatz in zweistelliger Millionenhöhe.
Enviro, ein führendes Unternehmen im Bereich der Reifenpyrolyse, hat die Installation von fünf Pyrolyseeinheiten in seiner Altreifenpyrolyseanlage in Schweden abgeschlossen. Laut Unternehmensangaben sind die Haupteinheiten nun in Betrieb und können Ruß, Pyrolyseöl und Stahl aus Altreifen gewinnen. Die jährliche Verarbeitungskapazität beträgt 34.500 Tonnen. Die Anlage, ein Joint Venture von Enviro und Michelin, soll voraussichtlich Ende 2025 die Produktion aufnehmen und Mitte 2026 fertiggestellt und abgenommen werden.
Der italienische Verbundwerkstoffhersteller Taro Plast hat kürzlich in seinem Werk in Ferrara eine Extrusionsanlage in Betrieb genommen. Ziel ist der Ausbau der Produktionskapazität für thermoplastische Copolyester-Elastomere, um die hohe Nachfrage nach hochviskosen, extrudierten/blasgeformten Materialien aus der Automobil- und Industriebranche zu decken. Das Unternehmen gab am 22. September bekannt, dass diese Investition gleichzeitig die Produktionskapazität seiner beiden wichtigsten Elastomerprodukte Pibiflex und Riteflex erhöht und die Effizienz und Präzision in Forschung und Entwicklung weiter stärkt. Die vollständige Inbetriebnahme wird bis Ende September erwartet.














